Frisches Blut für Germania Krefeld: Mohamed Cetikaja

Germania erhält unerwartete Schützenhilfe aus dem Südwesten des Landes: das junge Aldenhovener Ringertalent Mohamed Cetikaya!

Er kommt mit seinem Trainer Mohamed Zeggai nach Krefeld. Zeggai möchte uns seinen Schützling präsentieren.

Ich frage Zeggai, wie es kommt, das ein Trainer einen seiner besten Leute freiwillig an einen anderen Verein abtritt? Er meint darauf, dass man junge Talente ziehen lassen sollte, wenn es für ihr Weiterkommen und ihre Entwicklung förderlich ist.

Das wäre bei Germania der Fall: Denn Cetikaya hatte bisher bei Aldenhoven in der Landesliga gekämpft. In Krefeld würde er hingegen in einer höheren Liga eingesetzt werden.

Zwei Wochen später kommt Cetikaya nach Krefeld, um die Lizenz zu unterschreiben. Die Tinte, mit der Mohamed den Vertrag unterschrieben hat, ist noch mal getrocknet, da überfalle ich ihn. Um ihn zu interviewen. Er willigt ein.

Ich möchte das Gespräch locker angehen, es soll nicht zu förmlich verlaufen. Daher versuche ich, im Jugendjargon mit ihm zu reden. Ich will jünger erscheinen. Was mir wohl nicht so recht gelingt. Ich mache mich lächerlich, schließlich bin ich schon 63 Jahre alt.

Er hingegen antwortet mir in ausgezeichnetem, geschliffenem Deutsch, es ist fast schon druckreif, was er mir jetzt sagt: Er meint, er würde sich äußerst glücklich schätzen, der Krefelder Gemeinschaft zugehörig zu werden. Und dass er seinen Beitrag zum Gelingen des Projektes Oberliga beisteuern wolle. Er wäre stolz, in dieser Mannschaft antreten und seinen Beitrag dazu beitragen zu dürfen! Es fehlt nur noch, dass er sagt: „Ich bin ein Krefelder!“ Wie einst John F. Kennedy diesen Satz über Berlin verlauten ließ. Puh, ich muss erstmal schlucken. Er könnte glatt ein Politiker sein oder ein Diplomat. Ich staune. Woher ist er nur so medienerfahren?

Auf die Frage, warum er ausgerechnet nach Krefeld wechselt, erzählt er mir, dass er die Leute vom Krefelder Verein von vergangenen gemeinsamen Trainingslagern her kennt. Er mag die Krefelder Ringer. Vor allem wäre er schon seit geraumer Zeit mit Mert Simsek befreundet. Es scheint schon länger eine Freundschaft zwischen den Vereinen zu geben.

Zudem hat er selbst die Bombenstimmung bei den Krefelder Mannschaftskämpfen mitbekommen. Das wäre etwas ganz Besonderes!

Am eigenen Leib hatte er den Krefelder Hexenkessel zu spüren bekommen, letztes Jahr hatte er in der Landesliga für Aldenhoven gegen den Krefelder Mansur Magomadov gekämpft. Die Athmosphäre hatte ihn beeindruckt. Das wäre einmalig.

Weiter erzählt er mir, er möchte sich bei dem Einsatz in den höheren Ligen weiterentwickeln. Na, das kann er hier gerne haben.

Der 20-jährige Modellathlet soll für die 86- und 98-Kilo-Klasse im Freistil eingesetzt werden. Ich frage mich, Moment Mal, so schwer soll dieser Mann sein? Zum ersten Mal, als ich ihn gesehen hatte, trug er eine Jacke, es war es noch kalt. Ich konnte es gar nicht fassen, dass er dieses Gewicht auf die Waage bringen soll, er sah eher nach einer leichteren Gewichtsklasse aus.

Doch heute, wo er im T-Shirt direkt vor mir steht, kann ich erkennen, wie mächtig er tatsächlich ist.

Er ist groß und dabei auch noch stabil. Ob er durchtrainiert ist, kann ich nicht beurteilen. Er wird es sicher sein. Das wird sich spätestens offenbaren, wenn er sich im Ringer-Trikot zeigt.

Des Weiteren erfahre ich, dass er seit dem achten Lebensjahr bereits ringt. Sein größter Erfolg in seiner jungen Laufbahn ist die Silbermedaille dieses Jahr bei den deutschen U-20-Meisterschaften im Freistil. Und er beherrscht beide Stilarten fast im gleichen Maße. Das ist wichtig für einen Mannschaftskämpfer, wenn mal jemand verletzt sein sollte.

Von Beruf ist er Maschinenanlagenführer, was immer das auch sein soll. Ich frage lieber nicht nach, denn ich würde wahrscheinlich nichts davon verstehen. Für mich ist erst mal wichtig: Hauptsache, der Mann kann gut ringen!

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